Ein zartes Wesen anzufassen, ohne ihm weh zu tun und trotzdem fest genug, um ihm gut zu tun, ist gar nicht so einfach. Wo und wie kann man in Babymassagekursen lernen.

Als ich mein erstes Baby bekam, riet mir die Hebamme, einen Kurs für Babymassage zu besuchen: “Die Kleinen bewegen sich noch nicht so viel und brauchen viel körperliche Zuwendung. Sie erfahren sich zunächst durch das Berührt werden, bevor sie sich selbst berühren können. In ihrem Gehirn werden dadurch wichtige Synapsen verknüpft und das ist zur Entwicklung der Intelligenz förderlich.”

Nach mehren Kindern und hilfreicher Anleitung hatte ich mein eigenes Lied und meine eigene Massagetechnik entwickelt. Durch das Lied konnte ich mir den Ablauf gut merken und für das Baby hatte es bereits nach kurzem einen Wiedererkennungswert. Hier also die Anleitung zur Babymassage.

Babymassage © valentinapowers/Flickr

Babymassage: Mit Liebe und der eigenen Massagetechnik © valentinapowers/Flickr

Babymassage: Vorbereitung und Durchführung

Die Hände müssen warm sein. Es wird ein gutes Öl verwendet, das nicht zu schnell einzieht. Es bleibt, wenn möglich, immer eine Hand am Baby, damit es sich sicher fühlt. Das Baby liegt ausgezogen auf sicherem, warmen Untergrund.

  1. Die Hände fahren nacheinander vom Brustkorb zum Bauch hinunter wie ein Wasserrad. Wenn die eine Hand unten angekommen ist zieht die andere nach unten. Ich habe dazu gesungen: “Das Wasserrad, das Wasserrad, das Wasser, Wasser, Wasserrad.” Bei jeder Silbe wechselt die Hand.
  2. Beide Hände liegen auf der Brust und werden vom Brustbein zur Seite Richtung Rücken, und nach unten zu den Hüften gezogen: “Und von vorne – nach hinten, und von vorne – nach hinten…”
  3. Wie eine Schere gleiten die Hände über den Brustkorb. Dabei liegt anfangs die rechte Hand über der linken Brust, die linke über der rechten: Ritsche, ratsche, ritsche, ratsche…” Bei der ersten Silbe machen die Hände die Bewegung über den Brustkorb, bei der zweiten gehen sie in die ursprüngliche Position zurück. Die Schere bewegt sich dabei langsam von der Brust zur Bauchgegend.
  4. Das Wetterspiel: Es beginnt mit Regen: “Es re-gnet, es re-gnet, es reg-net auf dei-nen Bauch”. Die Fingerkuppen prasseln dabei auf Brust und Bauch rauf und runter. Jetzt kommt der Hagel: “Es ha-gelt, es ha-gelt, es ha-gelt auf dei-nen Bauch”. Dabei klopfen jetzt die Finger zusammen auf die Bauch- und Rückengegend. Es folgt der Platzregen: “Der Platzregen kommt, der Platzregen…” diesmal wird mit den flachen Händen geklatscht. “…und der strömende Regen, und der strömende Regen, …” Die Hände bilden einen Rechen, der von der Brust zum Bauch zieht. “…und ein warmer, weicher Sommerwind!” Jetzt wird noch einmal mit flacher Hand ausgestrichen.

Nachdem der Bauch fertig massiert ist folgen die Extremitäten.

Bauch und Beine richtig massieren

Wir legen die Hand sicher um die ganze Schulter und drehen bei jeder Silbe von dort aus bis zu der Hand die Haut des Armes: “Dre-hen, dre-hen, dre-hen, dre-hen, und zie-hen, zie-hen, zie-hen, zie-hen.” Bei ‘zie-hen’ wieder an der Schulter anfangen und bei jeder Silbe bis zum Handgelenk runterziehen. Dann den Arm bzw. später das Bein zwischen beide Hände nehmen und schnell hin und herrollen: “Wiggel, wiggel, wiggel, wiggel, wiggel.” Dann werden noch die Handflächen massiert, bzw. die Fusssohlen.

Wenn beide Arme massiert worden sind, folgen die Beine nach dem gleichen Schema. Anschliessend wird das Baby auf den Bauch gelegt. Die Übungen 1-4 vom Wasserrad bis zum warmen, weichen Sommerwind bilden den Abschluss. Danach kann das Baby im vorbereiteten warmen Wasser abgewaschen werden. Aber bitte gut festhalten, da der ölige Körper sehr rutschig ist.

Viel Vergnügen und viel Freude bei der Babymassage. Übrigens: auch ältere Kinder mögen sehr gerne massiert werden!

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